Ver.di fordert umfassenden Gesundheitsschutz für Bankangestellte

Frankfurt Stock Exchange

Kurz vor Beginn der dritten Runde der Tarifverhandlungen der Gewerkschaft ver.di mit den Banken hat Uwe Foullong, Gewerkschafter, die Folgen der Finanzkrise analysiert. Herausgefunden hat er dabei, so einem Bericht auf Zeit Online zufolge, dass gerade bei den Banken viele Berater krank werden, weil sie unter einem enormen Druck stünden. Dieser Druck hat sich mit dem Ausbruch der Finanzkrise noch verstärkt. So sind es besonders die von den Banken festgelegten Zielvorgaben, die den Druck auf die Berater verstärken. Diese Zielvorgaben geben vor, wie viele Finanzprodukte die Berater innerhalb einer bestimmten Zeit an die Kunden verkaufen müssen. Foullong sagte in diesem Zusammenhang: „Wenn eine feste Vorgabe herrscht, stecken die Berater regelmäßig in der Zwickmühle. Einerseits wollen sie im Interesse des Kunden beraten, andererseits setzen ihre Vorgesetzten sie unter Druck, wenn die Vorgabe nicht erreicht wird.“

Foullong, der die Verhandlungen im Tarifkonflikt für die Gewerkschaft ver.die führt, fordert daher einen umfassenden Gesundheitsschutz für die Bankangestellten. Ver.di fordert von den Banken, dass diese ihre Zielvorgaben für dieses Jahr komplett aussetzen. Stattdessen sollten die Systeme zum Leistungsanreiz total überarbeitet werden. Diese Forderung ist der Gewerkschaft so wichtig, dass sie auf eine konkrete Gehaltsforderung verzichtet. Für die Arbeitgeber ist dies eine Forderung, die sie nicht erfüllen können. Man darf also gespannt sein, auf den Ausgang der Tarifverhandlungen.

von Sandra Reinfeld