Verkauf von wirkungslosen Krebs-Medikamenten richtet großen Schaden an

Wirkungslose Medikamente und das auf Kosten ahnungsloser Krebs-Patienten – diese Nachricht beschäftigt derzeit mehrere Staatsanwaltschaften. Wie der NDR berichtet, ermitteln die Staatsanwälte gegen 60 Apotheker in Deutschland, weil Sie Zutaten für Krebs-Medikamente im Ausland beschafften haben sollen. Diese haben sie dann zu überteuerten Preisen über die Krankenkassen abgerechnet. Wie „NDR Info“ weiter berichtet, hätten sich die Apotheker über Pharma-Großhändler Bestandteile für Zytostatika beschafft. Die Medikamente sind im Ausland preiswerter. Mit ihnen darf in Deutschland, so heißt es weiter im NDR Bericht, nicht gehandelt werden. Allerdings haben die Medikamente keinerlei Wirkung gezeigt.

Herausgekommen ist dieser Abrechnungsbetrug, weil ein Pharma-Großhändler die Krankenkassen benachrichtigt hat. Er hatte ein Krebs-Mittel aus dem Ausland zu preiswerteren Bedingungen angeboten bekommen. Wie der NDR weiter berichtet, hätte eine Überprüfung der Substanzen deren Wirkungslosigkeit ergeben.

Der Schaden, der zum Beispiel der AOK Niedersachsen entstanden ist, beläuft sich auf eine Schadenssumme von mindestens zehn Millionen Euro. Das bestätigte ein Krankenkassensprecher dem NDR.

Viele Krebs-Patienten sind nun verunsichert und haben das Vertrauen verloren, weil sie Angst haben, wirkungslose Medikamente bekommen zu haben. So sagte Hermann Bärenfang, Sprecher der Techniker Krankenkasse: „Viel schwerer als der finanzielle Aspekt wiegt allerdings der Vertrauensverlust bei den Patienten.“

von Sandra Reinfeld