Video: Verschüttete Bergleute in Chile sind wohlauf

Relatives of the miners trapped underground in a copper and gold mine, gather around a screen that shows miners inside the mine at Copiapo, some 725 km (450 miles) north of Santiago, August 26, 2010. The August 5 cave-in at the San Jose mine that trapped 33 miners has increased public pressure on the government to enforce safety conditions at small operations in the world's top copper producer. REUTERS/Ivan Alvarado (CHILE - Tags: BUSINESS ENERGY DISASTER)Jetzt, da die 33 verschütteten Minenarbeiter wissen, dass ihre Rettung womöglich noch bis Weihnachten andauern kann, zeigen sich die ersten Erschöpfungs-erscheinungen. Die Bergleute, die in ihrem 700 m tiefen Verlieβ mit bemerkenswertem Willen ausharren, wirken auf den ersten Video-Bildern, die jetzt an die Öffentlichkeit gelangt sind, ausgemergelt und deprimiert.

Zwar lachen einige in die kleine Mikrokamera hinein, die durch ein wenige Zentimeter groβes Bohrloch hinabgelassen wurde, doch täuscht das nicht darüber hinweg, dass die Männer völlig erschöpft sind. Die Temperaturen in dem “Schutzraum” bewegen sich um die 36 Grad und viele der Eingeschlossenen haben im Laufe der knapp drei Wochen, die sie schon dort unten verbringen mussten, bis zu 10 Kilogramm an Körpergewicht verloren.

Durch das nur acht Zentimeter groβe Loch werden die Minenarbeiter derzeit mit flüβigen Nahrungsmittel versorgt. Bis das geplante gröβere Bohrloch von einem halben Meter zu den Bergleuten vorgetrieben sein wird, kann noch zwei Monate dauern.

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Mit Kartenspielen und Domino versuchen die Männer in der eingestürzten Gold- und Kupfermine die Zeit totzuschlagen. Wie Gesundheitsminister Mañalich gegenüber dem Nachrichtensender CNN äuβerte, tauchen jedoch schon die ersten Gesundheitsprobleme bei einigen auf. Vor allem der psychische Druck macht den Eingeschlossenen zu schaffen. Die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA wird in der kommenden Woche einige Spezialisten nach Chile schicken, die im Umgang mit der Einsamkeit und den extremen physischen Bedingungen Erfahrung haben.

Derweil dürfen sich die Betreiber der Mine auf ein Gerichtsverfahren gefasst machen, das die Familienangehörigen der Verschütteten anstreben. Die Mine sei ihrer Ansicht nach einem tödlichen Unfall, der sich im Jahr 2007 ereignet hatte, zu früh wiedereröffnet worden.

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von Martin Richard Schmitt