Was kosten die Inseln in Griechenland?

Die Idee der deutschen Politiker Josef Schlarmann und Frank Schäffler griechische Inseln zu verkaufen, um die Schulden zu decken, trifft nicht unbedingt auf Gegenliebe in Griechenland. Möglichkeiten gäbe es ja genügend, immerhin zählt Griechenland bis zu 6.000 unbewohnte Eilande zu seiner Inselwelt. Die BILD-Zeitung hat mit typischen aufreiβerischen Tiraden weiter Öl ins Feuer gegossen. Der griechische Tourismusminister Pavlos Geroulanos weiβ noch von solchen Gepflogenheiten, die in der Vergangenheit Gang und Gäbe waren zu berichten. Viel Erfolg brachten diese Geschäfte allerdings nicht, zumindest nicht für den Verkäufer. Denn was einst ein verlassenes Land war, wurde in manchen Fällen zur Goldmine.

Im Mai 1626 kaufte der Holländer Peter Minuit für ein paar Stoffe und 24 Dollar Manhatten von den Indios vom Stamm Carnasie. Der Deal war faul, denn die Insel gehörte in Wahrheit dem Stamm der Lepane. Ein ganz schlechtes Geschäft machten die Franzosen 1803, als sie für 11 Millionen Dollar Luisiana an die USA verkauften, immerhin war das noch doppelt so viel, wie die Spanier für Florida erhielten. Der Verkauf von Alaska von Russland an die USA 1867 für 7,2 Millionen Dollar wird die Russen heute noch ärgern. Selbst untern den Amerikanern wurde das Geschäft damals wenig gutgeheissen. Doch die dort lagernden Schätze, die 100 Jahre später in Form von Öl und Gold gefunden wurden, gaben den damals verantwortlichen Politikern Recht. Die Mexikaner können auch ein Lied davon singen, sie verloren nach der Unabhängigkeit fast die Hälfte ihres Territoriums an die USA.

Angst scheinen die Griechen vor den kaufwütigen Deutschen zu haben, die allzugern bereit wären die ägäische Inselwelt an sich zu reisen. Das Prinzip ist aus Spanien bekannt, wo 75.000 Deutsche in Palma de Mallorca als Grundeigentümer und Langzeitresidenten registriert sind. Nicht umsonst wird die Insel als 17. Bundesland bezeichnet.

Was kostet eine Insel?

Das hängt von bestimmten Faktoren ab. Derzeit stehen 16 Inseln auf der Webseite Private Islands Oneline zum Verkauf. Die Preise bewegen sich zwischen 581.000 und 11 Millionen Euro. Doch Vorsicht ist geboten, auf Grund vieler Restriktionen ist es auf manchen noch nicht einmal erlaubt zu bauen. Es ist fast unmöglich heutzutage, dass Staaten die Souverenität über ihre Gebiet verlieren. Das Terrain kann verkauft werden, die Jurisdiktion hingegen nicht.
China, Indien und Südkorea hamstern seit 10 Jahren in Afrika in einer Art neokolonisatorischem Stil. Was bleibt sind die Einheimischen, und die fragt und hat niemand nach ihrem Willen bisher gefragt.

Quelle: El Pais

von Martin Richard Schmitt