Wie entscheiden die Richter im Fall Heckhoff und Michalski?

Ab heute stehen sie vor Gericht – die beiden Schwerverbrecher, Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski, die im vergangenen November die Menschen vor allen Dingen im Ruhrgebiet in Atem gehalten hatten.

Seit ihrer erneuten Festnahme im vergangenen Jahr leben die beiden unter erschwerten Haftbedingungen 140 Kilometer voneinander entfernt in unterschiedlichen Haftanstalten. Zu den erschwerten Haftbedingungen gehört, dass Peter Paul Michalski zum Beispiel erst seit ein paar Tagen wieder mit Metallbesteck essen darf. Seinen Hofgang muss er alleine absolvieren und das immer nur gefesselt. Eine Stunde dauert der Gang auf dem Hof und diese Stunde verbringt er alleine – die anderen Gefangenen sind dann weggeschlossen.

Michael Heckhoff ergeht es in der JVA Bochum nicht besser. Auch er muss seine Runden alleine drehen und darf nicht sprechen.

Die Gerichtsverhandlung vor dem Landgericht Aachen wird mit Spannung erwartet. Möglicherweise wird die Haftzeit der beiden Schwerverbrecher einfach verlängert und durch eine zweite Sicherungsverwahrung zusätzlich erschwert, oder der Prozess wird zum Anlass genommen, den Umgang der Gesellschaft mit Langzeitinhaftierten zu diskutieren. Und in dem Zusammenhang auch über die Chancen für eine Rückführung zu sprechen. Dazu sagt der Anwalt von Michalski, Andreas Chlosta, einem Bericht auf Spiegel Online zufolge: „Der Kernpunkt des Vollzugs ist Resozialisierung. Nur, gibt es überhaupt ein Gesamtkonzept?“

von Sandra Reinfeld