Winokurow beim Giro in Rosa

Radsport – Es muss eine riesige Genugtuung für Alexandre Winokurow gewesen sein, als er in Middelburg die Tribüne bestieg. Dort bekam der Kasache das Rosa Trikot übergestreift und geht somit als Gesamtführender in die vierte Etappe des diesjährigen Giro d’Italia. Der 36-jährige hat sich damit endgültig auf der Radsportbühne zurück gemeldet. Ein wenig Skepsis schwingt doch mit, wenn man den Astana-Fahrer jubeln sieht.

Schließlich ist Winokurow noch nicht allzu lange wieder zurück im Radsport-Weltcup. Im letzten Sommer war der Kasache nach einer zweijährigen Dopingsperre zurück gekehrt. Der 36-jährige hatte dabei seine Hintermänner nie genannt, obwohl ihm Fremdblutdoping nachgewiesen werden konnte. Die Karriere des alternden Profis schien beendet.

Spätestens im Mai 2010 ist Winokurow wieder zurück. Im Mai hatte er schon den schweren Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich gewonnen. Auf der dritten Giro-Etappe von Amsterdam nach Middelburg rollte der Kasache als zehnter über die Ziellinie. Das genügte, um die Gesamtführung im Giro d’Italia 2010 zu übernehmen. So früh im Rennen ist die Platzierung sicher noch kein Gradmesser, aber ein erstes Achtungszeichen. In den Bergen wird der 36-jährige beweisen müssen, ob er wieder der „Alte“ ist. Spätestens dann dürften aber wieder Dopinggerüchte auftauchen.

Bis dahin hoffen auch deutsche Fahrer eine Marke zu setzen. Robert Förster, Danilo Hondo und Andre Greipel verpassten im Massensprint von Middelburg den ersten deutschen Sieg des Giro 2010. Auf den nächsten Etappen wird das Sprintertrio einen erneuten Anlauf nehmen. In den Bergen ruhen die Hoffnungen auf Linus Gerdemann, der mit Etappenplatz sieben in der Gesamtwertung auf Rang acht kletterte. Bester Deutscher ist Marcel Sieberg auf Platz fünf.

Quelle: Radsport News

von Andre Gierke