WM 2010: Das Aus für Otto Rehhagel?!

PORT ELIZABETH, June 12, 2010 Otto Rehhagel, the head coach of Greece reacts during their group B first round match against South Korea at the 2010 FIFA World Cup at Nelson Mandela Bay stadium in Port Elizabeth, South Africa, on June 12, 2010. South Korea won 2-0.

Es sollte sein großer Coup werden. Nach dem überraschenden Gewinn der Fußball Europameisterschaft 2004 wollte Otto Rehhagel mit der griechischen Nationalmannschaft erneut für Aufsehen sorgen. Doch nach dem 0:2 gegen Argentinien muss sich sein Team schon nach der Vorrunde von der Weltmeisterschaft 2010 verabschieden. Vielleicht das Ende seiner Trainerkarriere.

Dabei versprüht der 71-jährige noch immer jede Menge Feuer. Am Spielfeldrand treibt der ehemalige Meistercoach vom 1. FC Kaiserslautern seine Spieler fast 90 Minuten an. Wie ein Derwisch peitscht er dabei seine Helenen nach vorne oder fordert lautstark mehr Konzentration und Ordnung an. Etwas, dass sich in den neuen Jahren seiner Tätigkeit als Nationaltrainer Griechenlands nie geändert hat.

An Rehhagel scheinen die Neuerungen im Fußball vorbei zu gehen. Manchmal könnte man gar meinen, er würde noch immer gern mit Libero spielen. Die Viererkette ist das einzig Moderne seiner Taktik. Ansonsten heißt für ihn die Marschroute auch weiterhin „Die Null muss stehen.“ Wie 2004 versucht sich Griechenland weiterhin nur im Torverhindern. Selbst im Rückstand beginnen seine Spieler nicht mutiger nach vorne zu spielen.

Das kostete ihm gestern Abend vielleicht einen Punkt. Möglicherweise sogar den Sieg und damit den Einzug ins Achtelfinale. Argentiniens Nationaltrainer Diego Armando Maradona hatte einige Stars geschont und damit blieb der große argentinische Torwirbel aus. Stattdessen kämpften sich die Südamerikaner mühsam zu einem 2:0.

Nach dem Schlusspfiff ließ Rehhagel seine Zukunft offen, während Co-Trainer Giannis Topalidis den Rücktritt erklärte. Nun muss Verbandspräsident Sofoklis Pilavios entscheiden, ob er mit „Rehakles“ auch in die Qualifikation zur EM 2012 geht. Wer Rehhagel bei Spielen beobachtet, der spürt, dass er noch immer das Feuer in sich trägt und gern weitermachen würde. Wenn nicht in Griechenland, dann vielleicht in einem anderen Land? Viele afrikanische Mannschaften könnten einen Entwicklungshelfer (führte Griechenland in der Weltrangliste von Platz 65 auf Rang 13), wie den Deutschen gut gebrauchen.

Quelle: Kicker

von Andre Gierke