Zwei Guantánamo-Häftlinge kommen nach Deutschland

Zwei Guantánamo-Häftlinge kommen nach Deutschland

Deutschland wird nun auch zwei ehemalige Häftlinge aus dem US-Gefangenenlager Guantánamo aufnehmen. Diese Entscheidung teilte Innenminister Thomas de Maizière am Mittwoch in Berlin mit.

Einem Bericht auf Stern Online zufolge war dieser Entscheidung eine Prüfung vorangegangen, die mehrere Monate dauerte. Es wurde geprüft, ob von den Ex-Häftlingen eine Gefährdung der Sicherheit zu erwarten ist. Maizière sagte dazu: „Wir werden keine Terroristen ins Land holen.“ Neben den zwei Häftlingen, die nun in einigen Wochen in Deutschland erwartet werden, sollte ursprünglich noch ein dritter aufgenommen werden. Das kam aber für Maizière nicht in Frage. „Weitere Aufnahmen in Deutschland wird es nicht geben“, sagte er in diesem Zusammenhang.

Als Begründung für diese Entscheidung nannte der Innenminister unter anderem humanitäre Aspekte und die Unterstützung des Bemühens um eine Schließung des umstrittenen Gefangenenlagers. Gegen die beiden Ex-Häftlinge liegen weder in ihren Herkunftsländern, noch in den USA, noch in Deutschland Vorwürfe vor, die strafrechtlich relevant wären.

Die Gefangenenhilfsorganisation Amnesty International hat diese Entscheidung begrüßt. Laut ihren Angaben befinden sich immer noch 181 Gefangene in Guantánamo. Von diesen 181 Menschen können alleine 32 nicht wieder in ihre Herkunftsländer zurück. Ihnen droht dort politische Verfolgung, Gefängnis und Folter.

von Sandra Reinfeld